Via @Liesdas bin ich auf ein Stück im Deutschlandfunk aufmerksam geworden: eine Radio-Nachlese zum Europäischen Zeitungskongress in Wien. Im Mittelpunkt steht das Svenska Dagbladet (SvD):
Neulich habe ich an dieser Stelle über US-Investor Warren Buffett berichtet. Er hatte mächtig Spaß an dem Gedanken, Johannes Gutenberg könne im 15. Jahrhundert ja das Internet erfunden haben – und nun komme er, Buffett, mit der Erfindung Zeitung um die Ecke und versuche, dem Internet Konkurrenz zu machen.
Ähnliche Gedanken hatten offenbar die Kollegen der finnischen Boulevardzeitung Ilta-Sanomat („Abendzeitung“). Jedenfalls haben sie auf der Basis dieser Überlegung einen wunderbaren Werbespot für ihr Blatt produziert:
Und dort, bei der NYT im Blog für die Brooklyner Stadtteile Fort Greene und Clinton Hill, habe ich ein Musterbeispiel für diese neue Art von Berichterstattung gefunden:
Es geht um Robert Lopez. Er ist 38 und macht irgendwelche Hausmeistertätigkeiten. Er hatte im Müll eine nachgemachte Bombe gefunden und wollte sie mit nach Hause nehmen. Leider ist sie ihm aus der Tasche gefallen – woraufhin er direkt festgenommen worden ist. Terror-Alarm und so.
Die NYT hat im Blog einen Artikel über den Fall geschrieben, aber sie lässt Herrn Lopez auch selbst erzählen – und zeigt dazu Bilder in einer Audio-Slideshow. Echt gut gemacht – und kommentiert wird auch. So kann’s gehen!
Gestern dachte ich kurzzeitig, ich hätte alles erreicht. Ich war der festen Überzeugung, ich hätte meinen Karriere-Gipfel erklommen und könnte nun guten Gewissens in den Vorruhestand eintreten.
Schließlich hatte ich ja über den neuen Bahnchef Rüdiger Gruber getwittert – und war damit bei Google sofort bis auf Platz eins geschossen. Noch vor der Süddeutschen, irgendwelchen Bahnblogs und dem WDR. Klar, dachte ich, bei Twitter bin ich eine Hausnummer. Spätestens, seit mich das Mediummagazin promoted hat.
Eigentlich war ich schon auf dem Weg zu meinem Verleger, um ihm zu sagen, dass ich nun mein Glück bei Google versuchen würde, als ein Kollege aus Spaß erneut googelte. Er suchte nach „Bahnchef Grube“ – und fand 193.000 Einträge. Vielleicht lag’s daran, dass der Bahnchef wirklich Grube heißt. Naja, egal…
Geile Geschichte! NBC hat fünf US-Teenagern zehn Tage lang die Handys und Computer abgenommen und sie dann in die Wildnis (aka das Leben) herausgeschickt.
Mit dabei war ein junger Mann, der normalerweise 17.500 SMS pro Monat verschickt. Und ein Mädel musste erstmal lernen, die Uhr zu lesen – ohne Digitalanzeige und so. Der Oberhammer ist allerdings Alex. Er holt sich seine Nachrichten normalerweise online und war jetzt gezwungen, eine Zeitung zu lesen. „It’s really messy. You take out a section and it’s all over the place, you know?“
We know, Alex. Und die Frage, ob diese Kids irgendwann mal Nachrichten auf totem bedrucktem Holz konsumieren werden, erübrigt sich.
Langweilige Redaktionen produzieren langweilige Inhalte. Deswegen kann ich es nicht verstehen, wenn man in einigen Redaktionen die Handys auf Stumm schalten muss oder absolut nichts essen darf. Stattdessen propagiere ich ein kontrolliertes Maß an Remmidemmi in der Redaktion. Bei uns im Newsroom darf es alles sein – nur nicht langweilig.
Aber bei ner Pressekonferenz im Weißen Haus, naja, da ist das vielleicht etwas anders…
Was ich bisher nicht wusste: Die New York Times leistet sich eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Ein Video-Team der Nieman Foundation (das ist das Harvard-Journalisteninstitut) durfte sich nun dort umsehen und mit Design Integration Editor (geiler Titel!!) Nick Bilton reden.
Irgendwie erinnert mich das Video an den verrückt-genialen James-Bond-Tüftler Q. Zu sehen ist das Filmchen hier.
Gestern erlebte Portugal die Geburtsstunde einer neuen täglichen Qualitätszeitung – und gleichzeitig die Erfindung eines neuen Zeitungstyps. Das Blatt heißt „i“, was sowohl für Ich als auch für Information stehen kann.
Agressiv wie eine Tageszeitung, mit der Tiefe einer Wochenzeitung und der Klugheit eines Magazins
Ein Newszine
Ein tägliches Nachrichtenmagazin
Für eine neue Lesergeneration
Wie eine iPod-Zeitung
Die Rahmendaten:
Startauflage 100.000
80 Journalisten (6 Infografiker und Designer)
56 Seiten
Preis: 1 Euro (freitags und samstags 1,40 Euro)
Papierformat: 35 x 25 cm
Investition: Mehr als 10 Millionen Euro
i: Innenseiten
Einen Einblick in den Newsroom gibt’s hier im Video. Das i-Konzept hat Juan Antonio Giner (@giner) entwickelt, den ich beim #ENC09 in Wien erlebt habe. Er ist ein interessanter, beeindruckend scharfsinniger Analytiker. Giner schrieb den i-Redakteuren bereits im Januar ein klares Manifest ins Stammbuch.
In Wien hielt er den Vortrag: „How to kill a newspaper in 10 easy ways.“ Bei Slideshare habe ich seinen Vortrag in etwas anderer Zusammenstellung gefunden.
Jonathan Mann ist ein bisschen bekloppt. Er schreibt jeden Tag einen Song und stellt ihn ins Netz. Sein Lied Nummer 79 („Saving Newspapers: The Musical“) ging neulich durch die Blogosphäre.
Nun haben sich Darsteller für sein Musical gefunden: die Kollegen vom East Bay Express. Echt lustiges Remake! Auf die Frage, was Zeitungen retten könnte, haben sie freilich auch an der Westküste die selbe Antwort: Boobs.
TAKEAWAY: As the International Herald Tribune publishes its new Magazine, I am excited to read a piece by Arianna Huffington about the future of journalism. She thinks it is bright. I agree. Reason to celebrate. For storytellers: celebration time Cover of inaugural issue of Magazine, published by the International Herald Tribune. Its editor, Serge Schmemann […]
“Vielleicht ist es aussichtslos. Vielleicht ist es selbstmörderisch. Vielleicht ist es auch unverschämt. Doch vor allem ist es eins: Es ist alternativlos”, orakelt Matthias Iken auf Abendblatt.de, weiter heißt es: “Der Zugriff auf Lokal- und Regionalberichte sowie das Archiv ist nun für 7,95 Euro pro Monat im Abo zu haben. Für Zeitungs-Abonnenten bleibt das […]
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