Zwei völlig unterschiedliche Videos, ein gemeinsames Thema: die Medienrevolution. Unbedingt gucken!
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29. August 2009 • 15:06 0
Zwei völlig unterschiedliche Videos, ein gemeinsames Thema: die Medienrevolution. Unbedingt gucken!
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25. August 2009 • 21:21 0
Seit drei Jahren gibt’s in den USA die Knight News Challenge. Dahinter steckt die Knight Foundation. Diese Stiftung unterstützt innovative Ideen zur Zukunft von Nachrichten pro Jahr mit sagenhaften 5 Millionen Dollar. Einige der Ideen und Projekte sind hochspannend und wurden im Juni bei einer Konferenz am MIT Media Lab vorgestellt. Daher stammt dieses Video.
doneBy the way: Wie selbstverständlich sagt Stiftungspräsident Alberto Ibargüen am Ende des Videos: „It’s not about saving newspaper. It’s about informing communities.“
Die neun Gewinner-Projekte sind:
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21. August 2009 • 02:02 1
Sie werden mir die folgende Geschichte sowieso nicht glauben, also kann ich sie Ihnen auch erzählen:
Am Donnerstagabend haben wir in Selm (27.000 Einwohner, Kreis Unna) eine Wahlkampf-Debatte veranstaltet. Die vier Bürgermeisterkandidaten sollten mit- und gegeneinander diskutieren. Moderiert wurde der Wahlkampfgipfel von unserem Redaktionsleiter Theo Wolters. Mehr als 300 Bürger waren da, im Saal war es tierisch heiß. Viele unserer Leserinnen und Leser hatten uns im Vorfeld Fragen für die Bürgermeisterkandidaten geschickt. Ich schwitzte ordentlich, während ich den Live-Ticker schrieb. Unser Anzeigenberater war froh, hatte er doch extra für diesen Ticker eine Online-Anzeige verkauft. Meine Kollegen Matthias Münch und Malte Woesmann fotografierten und schrieben parallel am Notebook die Print-Berichterstattung des kommenden Tages. Die Diskussion unter den Kandidaten setzte langsam zum Schlussspurt an.
Dann, um 21.23 Uhr, schlug der Blitz ein.
Die Lichter gingen aus.
Und wir mussten reagieren.
Und zwar so:
Zwischendurch riefen mich ständig Kollegen an, um mir zu erzählen, dass ich in der FAZ stehe. Und meine Schwester, die mit ihrer Familie in einem Waldhaus im Sauerland Urlaub macht, wollte ständig wissen, wie stark das Unwetter nun sei und ob sie sich Sorgen machen müsse.
Ich hab sie alle weggedrückt. Entschuldigung dafür.
Hier ein Ausschnitt aus unserem Blackout-Video. Die Langfassung gibt’s auf RuhrNachrichten.de zu sehen.
done
Beim Live-Ticker gehen die Lichter aus
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18. August 2009 • 22:41 12

Amateur-Foto: Schießerei in Schwalmtal (Todesopfer in Bildmitte von mir gepixelt). Quelle: Havdidi/Hass Thread
Ok, wie fangen wir an? Vielleicht mit den Fakten. Also: Heute gab es in Schwalmtal (Kreis Viersen) eine Schießerei mit drei Toten. Ob es nun eher ein Geiseldrama, ein Amoklauf, ein Familiendrama oder eine Mischung war, steht noch nicht fest. Jedenfalls hat der mutmaßliche Täter erst nach drei Stunden aufgegeben.
Drei Stunden sind eine lange Zeit – besonders im Zeitalter eines Internets, das sich immer stärker zum Live-Medium entwickelt. Natürlich gibt es Leute, die von solchen „Breaking News Events“ twittern. Bisher waren diese Leute zufällig Augenzeuge geworden. Die allseits bekannten Stichworte sind Hudson-River, Mumbai, Winnenden.
Am heutigen Tag erreichte diese Twitterei jedoch eine neue Qualität. Denn der Twitteraner @JO31DH war gar nicht dabei, aber trotzdem mittendrin. Denn er hat Polizeifunk gehört und die Infos daraus direkt getwittert – auch polizeitaktische Informationen, die das Verhalten des Täters und den Einsatz der Rettungskräfte beeinflussen und damit möglicherweise das Leben von etwaigen Geiseln hätten gefährden können (genügend Konjunktive?).
Polizeifunk hören ist offiziell verboten (jaja, ich weiß: Es gibt auch Menschen, die haarspalterisch argumentieren, dass man den Funk zwar hören darf, aber die gehörten Informationen nicht verwenden darf). Etablierte Medien hören jedoch Polizeifunk, oder sie haben Informanten, die Polizeifunk hören. Ich selbst habe das natürlich auch gemacht (wow, die zweite Selbstanzeige an einem einzigen Tag…). Polizeifunk hören ist wie schummeln bei der Steuererklärung.
Kritisch war heute also nicht das Polizeifunk-Abhören, sondern das gleichzeitige Twittern des Funks, während die Tat noch lief. Es ist wohl unwahrscheinlich, dass der Täter zwischendurch mal bei Twitter geguckt hat. Wenn er es allerdings getan hat, dann hat er vielleicht bei @JO31DH gelesen:
„Polizei gibt im Amoklauf Notvarianten 1 und 2 frei“ (Anmerkung: Polizeitaktik. Ich weiß nicht, was es bedeutet)
„Das SEK ist eingetroffen am Einsatzort“
„Telefonat aus dem Haus von einer verletzten person am Kopf verletzt“
„Weitere Einsatzkräfte werden durch die Hummel 9 abgesetzt“ (Anmerkung: Hummel=Polizeihubschrauber)
„Der Hubschrauber wird auf dem Pletschweg landen“
„Der Täter scheint da zu sein. Die Hummel musste umdrehen“
Nachdem @JO31DH von mehreren Leuten gefragt wurde, ob ihm die möglichen Konsequenzen bewusst sind, hat er dann eine journalistische Handlungsweise übernommen und Informationen gewichtet bzw. aussortiert: „um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden werd ich ab sofort keine maßnahmen der polizei bekannt geben“.
Unweigerlich musste ich an das Gladbecker Geiseldrama von 1988 denken. Heute vor 21 Jahren stieg Udo Röbel, damals Reporter beim Kölner Express und später Bild-Chefredakteur, in das Auto der Geiselnehmer. Er wollte eine gute Geschichte („Das war natürlich die Geilheit auf die Story“), wurde plötzlich Teil des Geschehens und hat den Gangstern zur Flucht auf die Autobahn verholfen. Er hat sich gemein gemacht, und zwar mit einer schlechten Sache. Auch andere Medien und Journalisten haben sich während des Geiseldramas instrumentalisieren lassen.
Vor einem Jahr hat der Stern ein Interview mit Röbel über Gladbeck geführt. Darin sagt er: „Die professionellen Medien haben dazugelernt. Aber unsere Medienwelt hat sich seit damals dramatisch verändert. (…) Insofern glaube ich schon, dass wir ein neues Gladbeck erleben werden – ein Gladbeck im Internet.“
Heute haben wir kein Gladbeck im Internet erlebt. Aber es wird kommen, vielleicht bei der nächsten Amok- oder Geisellage. Wahrscheinlich durch einen User – vielleicht aber auch durch einen Journalisten, der angesichts der Story-Geilheit im Web 2.0 den Kopf verliert.
Ich zähle @JO31DH nicht zur Zunft der Journalisten. Er selbst tut dies aber. Zwischendurch hat er deshalb geschrieben: „Ja Liebe Zweifler Medienfreiheit contra Polizeieinsatz“. Der richtige Tweet wäre heute gewesen: Medienfreiheit im Angesicht eines Polizeieinsatzes.
Wirklich einsichtig scheint er sowieso nicht zu sein:
„egal ich hab meine 770 Besucher. Alles andere ist egal“
„ich geh über Leichen so ist da Geschäft. Hauptsache ne Story“
Andere Fragen haben sich heute beim Fotomaterial gestellt. Per Twitter ging ein Foto rum, das ein Todesopfer zeigt. Ich habe mal gefragt, woher es kommt. Antwort: „Urheber unbekannt. Link kam über Bekanntschaften aus dem Kreis Viersen.“ Anschließend twitterte mich jemand anders an, verwies auf das Foto in einem „Hass Thread“ mit dem Hinweis, dass die natürlich die Quellenangabe wichtig sei. Also: Foto Havdidi/Hass Thread.
Am Ende eines solchen Tages gibt es mehr Fragen als Antworten.
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Update 0.21 Uhr: Mittlerweile bin ich kritisiert worden, nicht korrekt über den „Hass Thread“ geschrieben zu haben. Dabei handelt es sich aus meiner Sicht um einen Thread auf der Internet-Plattform www.bf-games.net. Vollständiger Link: http://www.bf-games.net/forum/index.php?showtopic=43634&st=585&p=1303796&#entry1303796 Der Fotograf Havdidi hat die Fotos mittlerweile an dpa verkauft, wie aus dem Thread hervorgeht. Gute Nacht.
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Update 19.08., 9.01 Uhr: Weitere Kollegen und Blogger haben mittlerweile über die Tabubruch-Twitterei geschrieben – teilweise malen sie ein besseres Gesamtbild, als ich es in der letzten Nacht geschafft habe:
Christian Lindner (Chefredakteur der Rhein-Zeitung)
Marcus Schwarze (HAZ)
Tim Schlüter (Moderator etc.)
Alexander Becker (MEEDIA)
Claudia Frickel (Focus Online)
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Update 19.08., 12.12 Uhr: Mittlerweile hat @JO31DH seinen Twitter-Account offenbar gelöscht (Danke für die Info an Chris, siehe Kommentare).
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Update 20.08., 10.25 Uhr:
Heute hat Michael Hanfeld die Tabubruch-Twitterei in der FAZ aufgegriffen: „Bin Presse. Reicht doch. Maul zu.“
Das Altpapier von dnews.de dreht sich auch darum.
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• 12:47 1
Neulich habe ich an dieser Stelle über die verrückte Fehlerserie bei der New York Times geschrieben. In der Berichterstattung über den Tod der Reporter-Legende Walter Cronkite war ganz schön viel schiefgelaufen.
Da ich ja im Pressehaus Glashaus sitze, erfolgt nun diese Selbstanzeige: Gestern ist bei uns ganz schön viel schiefgelaufen, und einige Fehler habe ich bei der Seitenabnahme höchst persönlich übersehen.
Beispiel 1: Überschrift in Olfen
Beispiel 2: Überschrift auf der Kreisseite Recklinghausen (produzieren wir nicht selbst, ist aber trotzdem doof)
Beispiel 3 (ohne Foto): Bei der Übersicht über die Ratskandidaten in Olfen, Nordkirchen und Herbern fehlt die Angabe, für welche Partei die Kandidaten antreten. Diese Information ist in diesem Kontext allerdings nicht ganz unwichtig…
Ein bisschen tröstet da ein Auszug aus einer Konversation, die ich per Xing mit einer Leserin hatte. Es ging um die Qualität unserer Ausgabe in Lünen im Vergleich zum Mitbewerber (Westfälische Rundschau):
„Ich hab ja nicht gesagt, dass keine Fehler zu finden sind.
Wer meckern will, findet immer was. Aber vom Grundsätzlichen her gefallen mir sowohl Fotos als auch Texte deutlich besser. Und bei allem muss man bedenken, dass Zeitungen nicht für die Ewigkeit geschrieben werden und nicht tagelang an einem Text gefeilt werden kann. Was Lehrer schon mal gern vergessen, wenn sie den Vergleich Zeitung-Bücher machen um den Schülern klar zu machen, dass Bücher „wertvoller“ sind. Also: weitermachen! Sonst hab ich morgen früh nix zu lesen…“
Ok, gerne. Wir sind schon dabei.
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13. August 2009 • 06:58 0
Keine Lust mehr, dass Google Dein Leben ausspioniert? Kein Problem, ein Umzug ins Opt-Out-Dorf kann helfen:
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8. August 2009 • 10:20 1
Nein, ich schreibe nicht über Rupert Murdoch und seine Paid-Content-Offensive. Wenn er damit erfolgreich ist, ist es gut – wenn nicht, ist es auch in Ordnung. Die Entwicklungen, die vor der Branche liegen, sind doch viel gravierender.
Leute, es ist Revolution! Begreift es endlich.
Schauen wir also deshalb mal auf NowPublic.com aus Vancouver – eine Nachrichtenseite zum Mitmachen (pardon, im coolen im Web2.0-Sprech natürlich eine „user-generated social news website“). Über lasse laufen bin ich auf ein sehr gutes Interview mit dem Gründer Michael Tippett (@mtippett) gestoßen. Das meiste, was er sagt, ist logisch – doch genial wird es, wenn er über das Geschäftsmodell redet. Ziel ist es nämlich, den etablierten Medien (in diesem Fall der Vancouver Sun) das Crowdsourcing zuzuliefern.
Bleibt nur eine Frage: Is it journalism at all?
Nachtrag: Das Video stammt von Ulrike Langer (@mauisurfer25), in ihrem Blog gibt’s den Gesamtkontext.
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5. August 2009 • 06:56 0
Heute gibt’s zwei Videos zum Thema Kollaboration und Konversation. Es wird sehr schnell sehr wichtig werden, dass sich Medien öffnen und sich mit Kunden/Usern/Kritikern austauschen. Runter vom hohen Ross, rein ins Getümmel. Denn sonst organisieren sich die (Ex-)Kunden/User/Kritiker selbst – und dann haben die Medien, die zu langsam waren, den Salat.
Lange dauert’s nicht mehr - Robert Basic hat mit den Vorbereitungen für seine Buzzriders längst begonnen.
via larsbas
via pottblog
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3. August 2009 • 21:24 3
Großartige Präsentation.
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2. August 2009 • 21:30 0
„All the news that’s fit to print“ lautet seit mehr als 100 Jahren das arrogante Motto der New York Times. Frei übersetzt: Alle Nachrichten, die so gut sind, gedruckt zu werden.
Neulich ist Walter Cronkite gestorben, die Legende der US-Fernsehnachrichten (CBS). Die NYT hat natürlich berichtet – und dabei tief ins Klo gegriffen, weil die Berichterstattung voller Fehler war. Mittlerweile musste die NYT acht Fehler korrigieren, neben Daten zur Biografie Cronkites auch die Datumsangaben der Ermordung Martin Luther Kings (4. April 1968, nicht 30. April) und der Mondlandung (20. Juli 1969, nicht 26. Juli). All das stand in der Cronkite-Geschichte falsch drin.
Nun geht das Blatt jedoch sehr offen mit den Fehlern um: Im Blog des eigenen Public Editor Clark Hoyt wird erklärt, wie es dazu kommen konnte. Das ist hochinteressant und spannend! So waren Teile des biografischen Materials vorproduziert, weil man sich auf Cronkites Tod vernünftig vorbereiten wollte – richtig gegengelesen worden ist es aber bis zum Erscheinen nicht (teilweise waren die Fehler sogar aufgefallen, wurden aber nicht verbessert). Zwei Tage vor dem Tod hat Cronkites eigener Sohn sogar noch eine Mail an die NYT geschrieben, wo er vorsorglich einige Korrekturen durchgegeben hat, weil zuvor der Sender CBS in den eigenen Unterlagen ein paar Unstimmigkeiten gefunden hatte.
Die Autorin des Stücks, Alessandra Stanley, hat im Jahr 2005 so viele Fehler produziert, dass für sie ein eigener Kollege zum Gegenlesen und Fakten-Checken eingestellt worden war. Weil ihre Fehlerquote zwischenzeitlich gesunken war, ist der Korrektur-Kollege versetzt worden…
Clark Hoyt schreibt: „The Cronkite episode suggests that a newsroom geared toward deadlines needs to find a much better way to deal with articles written with no certain publication date. Reporters and editors think they have the luxury of time to handle them later — and suddenly, it is too late.“
Jeder, der mal in einer hektischen Nachrichtenredaktion gearbeitet hat, die auf die Deadline zusteuert, kennt den Druck – und die dämlichen Fehler, die dann passieren. Bei uns im Blatt ist neulich Holzwickede zu Wickede geworden, und in den selben Absatz haben wir auch noch einen peinlichen Grammatik-Fehler eingebaut („Sie hingen die Wahlplakate auf“ statt „Sie hängten die Wahlplakate auf“). Auch das war ein Griff ins Klo.
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