Die volle Drohnung – retten Drohnen den Journalismus?

Spaß mit der Drohne

Drohnen sind die Zukunft des Journalismus, der Kriegsführung und des kommerziellen Dönertransports. Kriegsführung lehne ich grundsätzlich ab – und kommerzieller Dönertransport ist nicht meine Baustelle. Also schauen wir auf die Zukunft des Journalismus. Die sieht natürlich unglaublich düster aus. Bei denen einen heißt es “20 Prozent auf alles”, die anderen gibt es jetzt schon für einen Euro zu kaufen.

Wie gut, dass jetzt die Drohnen kommen und die Branche retten. Jedenfalls kann man im Moment fast den Eindruck bekommen, dass diese Flieger das tun sollen. Bei zwei Journalistenkongressen in den letzten Tagen, bei der “Besser Online” in Bonn und beim Scoopcamp in Hamburg, standen Drohnen zeitweise im Mittelpunkt.

Seit heute besitze ich eine AR.Drone2.0 von Parrot. Mit meinem Kollegen Oliver Koch habe ich das unbekannte Flugobjekt ausprobiert – inklusive Crash (Video oben).

Die Drohne hat zwei Kameras (vorne und unten). Gesteuert wird die Drohne über eine kostenlose App für Smartphone oder Tablet. Entweder dort oder auf einem mitfliegenden USB-Stick werden Fotos und Videos gespeichert. Zum Beispiel für eine Berichterstattung.

Stellt sich also die Frage: Wie genau rettet dieses Dingen den Journalismus? Antwort: Natürlich gar nicht, zumindest dieses 300-Euro-Spielzeug kann es nicht. Denn nur die Kamera vorne macht ordentliche Bilder (1280 x 720px), die Bodenkamera kann gar nix. Die Frontkamera ist mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet, hat also auch aus der Höhe irgendwie halbwegs den Boden drauf. Doch das reicht nicht, wenn man wirklich etwas am Boden von oben fotografieren oder filmen möchte. Man müsste die Drohne also in den Sink- oder Sturzflug bringen, um ein Boden-Objekt ins Visier zu nehmen.

Irritierend ist auch, dass das Video keinen Ton hat. Eine Audio-Spur würde extrem helfen, um dem Video die nötige Authentizität für eine Berichterstattung zu geben – selbst, wenn es nur Rotorgeräusch wäre.

Diese Drohne rettet den Journalismus also nicht. Na dann muss es wohl doch das iPad tun.

Über philippostrop

Journalist
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2 Antworten zu Die volle Drohnung – retten Drohnen den Journalismus?

  1. Pingback: Der Wind ist der Drohnen-Killer | ostroplog – Das Weblog von Philipp Ostrop

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