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5. August 2009 • 06:56 0
Medien: Runter vom hohen Ross, rein ins Getümmel
Heute gibt’s zwei Videos zum Thema Kollaboration und Konversation. Es wird sehr schnell sehr wichtig werden, dass sich Medien öffnen und sich mit Kunden/Usern/Kritikern austauschen. Runter vom hohen Ross, rein ins Getümmel. Denn sonst organisieren sich die (Ex-)Kunden/User/Kritiker selbst – und dann haben die Medien, die zu langsam waren, den Salat.
Lange dauert’s nicht mehr - Robert Basic hat mit den Vorbereitungen für seine Buzzriders längst begonnen.
via larsbas
via pottblog
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26. Juli 2009 • 10:09 2
Zurück
Nach 34.000 Kilometern mit dem Flieger, 1800 mit dem Auto und ein paar Dutzend auf meinen Füßen kämpfe ich mich gerade wieder ins vorherige Leben zurück. Meine medialen Erkenntnisse (Auszug):
- Ein Blackberry-Verbot wirkt wahre Wunder. Es hört sich irre an, aber man kann vier Wochen ohne Blackberry leben. Wirklich. Probiert’s aus! Das tut so gut für Körper und Geist, dass die Krankenkasse in dieser Zeit eigentlich die Grundgebühr übernehmen müsste.
- Jemand sollte mal die Angst erforschen, die man hat, wenn man das Blackberry nach so langer Zeit wieder anschalten muss (heute Abend ist es so weit).
- Nix twittern geht auch.
-
In Hong Kong ist die BILD in schwarze Folie eingeschweißt und wird nur an Erwachsene verkauft. Vor dem Inhalt wird gewarnt: „WARNING: THIS ARTICLE CONTAINS MATERIAL WHICH MAY OFFEND AND MAY NOT BE DISTRIBUTED, CIRCULATED, SOLD, HIRED, GIVEN, LENT, SHOWN, PLAYED OR PROJECTED TO A PERSON UNDER THE AGE OF 18 YEARS.“ Die Beschreibung ist ganz treffend. Sollten wir uns für Deutschland auch mal überlegen…
- Zeitungen im chinesischen Perlflussdelta (Hong Kong, Shenzhen, …) werden von Wirtschaftsthemen dominiert. Selbst die Preissteigerung bei Kalaschnikows ist der South China Morning Post eine große Geschichte wert – natürlich mit dem Hinweis auf Qualitätsanbieter: „At Darra Adam Khel, home to one of the biggest private arms markets in Asia, prices vary according to quality: German-made is most expensive, local produce cheapest.“
- Zeitungen in Australien könnten ein Vorbild für Europa sein – in Bezug auf die Zusammenarbeit untereinander.
Und was habe ich verpasst? Ist Twitter out? Kann man mittlerweile im Internet mit Content Geld verdienen? U.A.w.g.
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27. Juni 2009 • 14:24 1
ostroplog nimmt sich eine Auszeit
Hier wird es nun etwas ruhiger. Ich mache Urlaub – und melde mich in ein paar Wochen wieder…
Bis dahin: Einen schönen Sommer!
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23. Juni 2009 • 23:03 1
Die Revolution machte heute einen Hopser
Es gibt diese Tage, da passiert nicht viel und da geht auch nicht viel. Und dann gibt es diese Tage, an denen man die Medienrevolution hautnah miterlebt – und an denen die Revolution einen Sprung zu machen scheint, zumindest aus der subjektiven Sicht des Betrachters. Einen Revolutionshopser, sozusagen.
Heute war so ein Tag.
Am frühen Nachmittag hatte ich mich beim Kaffee nach längerer Zeit mal wieder durch The Local geklickt, das so genannte „hyperlokale“ Stadtteil-Angebot der New York Times. Das Besondere: Ein NYT-Reporter arbeitet im Viertel, macht auch selbst Geschichten, aber seine Hauptaufgabe ist das Aggregieren von lokalen Blogs etc. (Hintergründe hier und hier).
Jedenfalls stieß ich dort auf die Berichterstattung über den Einsturz eines Hauses. Und je mehr ich las, desto mehr begriff ich, was bei dieser Berichterstattung passiert war: Es war ein echtes und perfektes Beispiel für den Journalismus der Zukunft. Denn: Der Bericht ist das Ergebnis einer Kooperation von drei (oder vier?) Profis mit einem Dutzend Amateure [Amateure=keine Journalisten im herkömmlichen Sinn]. Stadtteil-Reporter Andy Newman hat seinen professionellen Journalismus kombiniert mit Blogs, Twitterfotos, Videos und eingegangenen Mails.
Wer genau liest, stellt fest, dass der Reporter auf einen Großteil des User-Contents, der mittlerweile in die Berichterstattung eingeflossen ist, zuvor per Kommentar hingewiesen worden war. Der Artikel war (und ist) also „work in progress“. Es ist Journalismus als Prozess, nicht als fertiges Produkt. Und es ist ein tolles Beispiel für funktionierendes Crowdsourcing, bei dem der User Generated Content den Journalismus eben nicht verdrängt oder ersetzt, sondern bereichert.
Während ich noch darüber nachdachte, rief Kollegin @liesdas (unsere Editorin für Witten) durch den Newsroom: „Es brennt in Witten – wir wissen nur nicht, wo.“ Unsere Reporterin vor Ort war unterwegs zum Brand, aber es gab unterschiedliche Angaben, auf wessen Gelände das Feuer ausgebrochen war. Wir am Desk waren haben zunächst ahnungslos, dann falsch getwittert, und haben uns korrigiert.
Während ich so rumzwitscherte, hatte Anwohner Gerold Hoyer (@ghoyer) schon über eine Explosion in Witten-Heven getwittert und ein Foto hochgeladen.
Bumms, da war es also passiert. Wir waren erstmals Zeuge geworden, wie ein Twitterer uns geschlagen hatte. Er war schneller, und er war in Teilen besser als wir (weil er ein erstes Foto hatte). Dies passierte nicht irgendwo auf dem Hudson River in der Hauptstadt der Welt, sondern bei uns im Lokalen. Mitten in Witten.
Was lernen wir daraus? Wir Journalisten können (und wollen) nicht verhindern, dass „Amateure“ im Netz schneller berichten als wir. Doch wir Journalisten können (und müssen!!) lernen, damit umzugehen, und diese Quellen zu nutzen. Nicht als Ersatz, sondern als Bereicherung unserer Arbeit. Sonst sehen wir ganz schnell ganz alt aus.
Übrigens: Ein Foto von Herrn Hoyer ist in unsere Berichterstattung eingeflossen. Das kurze Video stammt von unserer Reporterin Susanne Linka. Auf Youtube gab’s bisher nix.
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11. Juni 2009 • 18:58 0
Journalismus zwischen Morgen und Grauen
Journalismus zwischen Morgen und Grauen – so war die netzwerk-recherche-Jahrestagung überschrieben. In diesem Jahr bin ich nicht nach Hamburg gefahren, weil ich das Programm nicht sonderlich spannend fand.
SZ-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl hat die Eröffnungsrede (hier als PDF) gehalten, die man in weiten Teilen unterschreiben könnte – abgesehen vom Vergleich zwischen Huffington Post und Zeitungen, der ziemlich irre ist. Aus meiner Sicht arbeitet HuffPo grundsätzlich anders als die Tageszeitungen (es noch tun). Oder kann mir jemand erklären, was Prantl damit gemeint hat?
Hier Prantls Kernsätze:
„Ein guter Journalismus muss wegen der Blogger nicht Heulen und Zähneklappern kriegen: Er kann dem Blog dankbar sein, wenn und weil er seine Lücken substituiert und seine Fehler aufzeigt. (…)
Und überhaupt: Die Blogs, das Internet. Ich weiß nicht, warum man sich als Zeitungsmensch vor der digitalen „Huffington Post“ fürchten soll. Sie macht das, was eine gute deutsche Zeitung auch macht: ordentlichen Journalismus.
Man sollte endlich damit aufhören, Gegensätze zu konstruieren, die es nicht gibt – hier Zeitung und klassischer Journalismus, da Blog mit einem angeblich unklassischen Journalismus. Man sollte damit aufhören, mit ökonomischem Neid auf die Blogs zu schauen. Mit und in den Blogs wird sehr viel weniger Geld gemacht als mit den Zeitungen. Man sollte auch aufhören mit dem Gerede, dass der „klassische“ Journalismus in einem Bermuda-Dreieck verschwinde. Der gute klassische ist kein anderer Journalismus als der gute digitale Journalismus. Die Grundlinien laufen quer durch diese Raster und Cluster: Es gibt guten und schlechten Journalismus, in allen Medien. So einfach ist das.
Guter Journalismus hat gute, er hat große Zeiten vor sich: Noch nie hatten Journalisten ein größeres Publikum als nach der digitalen Revolution. Noch nie war Journalismus weltweit zugänglich. Und es gab wohl noch nie so viel Bedürfnis nach einem orientierenden, aufklärenden, einordnenden und verlässlichen Journalismus wie heute.“
Das Deutschlandradio hat so über die Jahrestagung berichtet:
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21. Mai 2009 • 14:48 1
Hyperlocal: So kann’s gehen
Seit einiger Zeit verfolge ich die Versuche von etablierten Medien (etwa der New York Times), durch eine Mischung aus Blogs und Nachrichten in das sublokale Online-Geschäft vorzudringen. Stichwort „hyperlocal“.
Und dort, bei der NYT im Blog für die Brooklyner Stadtteile Fort Greene und Clinton Hill, habe ich ein Musterbeispiel für diese neue Art von Berichterstattung gefunden:
Es geht um Robert Lopez. Er ist 38 und macht irgendwelche Hausmeistertätigkeiten. Er hatte im Müll eine nachgemachte Bombe gefunden und wollte sie mit nach Hause nehmen. Leider ist sie ihm aus der Tasche gefallen – woraufhin er direkt festgenommen worden ist. Terror-Alarm und so.
Die NYT hat im Blog einen Artikel über den Fall geschrieben, aber sie lässt Herrn Lopez auch selbst erzählen – und zeigt dazu Bilder in einer Audio-Slideshow. Echt gut gemacht – und kommentiert wird auch. So kann’s gehen!
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20. März 2009 • 18:32 0
Verdammt

Verdammter Zahlendruck
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5. März 2009 • 23:13 2
Copy&Paste statt Journalismus, Folge 2
Im Job bin ich als Journalist ja der Wahrheit verpflichtet. Und als Blogger sowieso. Deswegen muss ich nach der peinlichen Geschichte über den WA auch eine über uns erzählen – denn wir können Copy&Paste auch ganz gut.
Da hat der WA im Netz (jaja, schon wieder online first) eine völlig unwichtige Feuerwehrmeldung.

Unsere Zeitungsmeldung
Und wir haben am Wochenende nichts besseres zu tun, als diese völlig unwichtige Feuerwehrmeldung zu kopieren und wortwörtlich (in Worten: wortwörtlich!) ins Blatt zu heben. Auch in diesem Fall habe ich mir den Spaß erlaubt, unsere journalistische Leistung rot zu markieren.
Merke: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht gut Kirschen essen. Oder es läuten die Glocken.
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2. März 2009 • 23:35 2
Die New York Times wird sublokal – Verzeihung: hyperlokal
Es ist vielleicht das Spannendste, das ich in den letzten Wochen gelesen und gehört habe: Die alte Tante New York Times erfindet sich gerade neu, und zwar im Lokalen. Genauer: im Sublokalen (also auf Stadtteil-Ebene) – oder wie es in den USA heißt: im Hyperlokalen. Der Titel des Experiments: „The Local.“
Und darum geht’s: Die NYT wird in zwei Stadtteilen von Brooklyn (Fort Greene und Clinton Hill) und in drei Städten in New Jersey jeweils einen Vollzeit-Reporter installieren. Sein Job: lokalen Profi-Content (also Nachrichten) und lokalen User Generated Content (Blogs, Videos, wasweißich) sinnvoll verlinken, vernetzen und aufbereiten. Es soll über das berichtet werden, worüber sich Nachbarn typischerweise unterhalten. „Haste schon gehört?“ „Nee, gibt’s nicht! Erzähl mal!“
So soll neben einer völlig neuen Dichte an lokalen Informationen auch ein Werbe-Umfeld für den kleinen Fleischer oder Handwerker geschaffen werden. Jim Schachter, Editor for Digital Initiatives bei der NYT, spricht hier im Blog-Kommentar bei TechCrunch von einer Mischung aus Jornalismus, Technologie und Anzeigen.
Heute oder morgen soll „The Local“ offiziell vorgestellt werden, doch die Kernpunkte sind schon durchgesickert. Bestätigt wurden die Gerüchte von Medien-Vordenker Jeff Jarvis, der mit seinen Studenten an dem Projekt mitarbeitet. Mehr dazu gibt’s auch bei Paidcontent und TechCrunch.
Interssant wird sein, wie die lokalen Blogs reagieren. Das Blog Brownstoner in Brooklyn jedenfalls scheint das NYT-Projekt idiotischerweise als Konkurrenz zu begreifen und nicht als Partner…
Update 3.3.09, 08:37 Uhr: „The Local“ ist online.
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