Jonathan Mann ist ein bisschen bekloppt. Er schreibt jeden Tag einen Song und stellt ihn ins Netz. Sein Lied Nummer 79 („Saving Newspapers: The Musical“) ging neulich durch die Blogosphäre.
Nun haben sich Darsteller für sein Musical gefunden: die Kollegen vom East Bay Express. Echt lustiges Remake! Auf die Frage, was Zeitungen retten könnte, haben sie freilich auch an der Westküste die selbe Antwort: Boobs.
Seit gestern bin ich in Wien, heute Abend beginnt der European Newspaper Congress (Disclaimer: Die erste Nacht zahle ich privat, den Rest das MDHL).
Der Chefredakteur von „20 Minuten“ Schweiz, einem der wenigen expandierenden Gratis-Tageszeitungen in Europa, hat heute per Interview den Kongress eingeläutet. Sein Blatt sei so erfolgreich, weil es schnellen und unterhaltsamen Journalismus propagiere – „gedrucktes Internet“. Bin gespannt, ob über das gedruckte Internet diskutiert wird.
Derweil hab ich heute die Zeit genutzt und mir vier fantastische Ausstellungen angesehen:
In der Albertina, der größten grafischen Sammlung der Welt, laufen zurzeit parallel
die anspruchsvolle Gemälde-Ausstellung Monet bis Picasso – Sammlung Batliner (noch bis 21. Mai),
und eine lustige Schau über die Anfangsjahre der Fotografie („Fotografie und das Unsichtbare“, bis 24. Mai), als Wissenschaftlicher mit der neuen Technik zu experimentieren begannen.
Wahrscheinlich war es totaler Kunstfrevel – aber das „Zeitalter Rembrandts“, die vierte aktuelle Ausstelung in der Albertina, hab ich mir nicht mehr reingezogen.
Stattdessen bin ich rüber ins Wienmuseum gegangen, wo noch ein Highlight wartete: Die Schau „Big City“ – New Yorker Straßenfotografie zwischen 1940 und 1990. Da kommt so ein geiles Metropolen-Feeling auf – irgendwie kosmopolitisch wie hier auf den Straßen Wiens, und trotzdem ganz anders.
Zufällig bin ich auf Monocle gestoßen. Das ultra-stylische internationale Magazin erscheint als Print-Produkt zehn Mal im Jahr. Zwischendurch wird es als Online-Magazin ständig aktualisiert. Und es gibt jeden Sonntag eine Radio-Show (The Monocle Weekly) als Podcast.
In der aktuellen Sendung ging es um den Medienwandel. Zu Gast waren unter anderem der Zeitungs-Designer, -Rethinker und Blogger Mario Garciá und eine Dame von ABC.
Die Seite sieht nach Premium aus – und der Inhalt ist es auch! Wenn das kein Deluxe-Content ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Also: Anhören!
Nach dem großen Erfolg der Kulturtipps vor einer Woche (Fotoausstellungen in Bochum und Berlin, außerdem Schlamm-Oper) kommt hier ein kurzer Lesetipp: Hier auf Carta schreibt Matthias Schwenk („Unternehmensberater und Social Software Evangelist“) über das neue Verständnis, gut informiert zu sein. Nämlich: Lesen, was Freunde lesen.
Seine Kernfrage:
„Zeitungsverlage befinden sich also in einer misslichen Lage: Ihren älteren Stammlesern sollen sie weiterhin die gedruckte Zeitung ins Haus liefern, einer mittleren Generation dürfen sie möglichst attraktive Portale im Internet bieten und den jüngsten Lesern gilt es, die Nachrichten einzeln hinterher zu tragen und irgendwie bei Facebook oder Twitter einzuschleusen. Kann so etwas gut gehen?“
Übrigens: Ich bin über Twitter (via joachimblum) auf die Analyse gestoßen. Sie hat sich damit quasi selbst bewahrheitet.
Obwohl die Preisverleihung erst Ende März in Düsseldorf über die Bühne von Roncalli’s Apollo Varieté geht, haben wir vor 10 Tagen schon mal am Desk gefeiert. Hier ist nun das offizielle Preisparty-Video – den Director’s Cut mit allen Entgleisungen gibt’s nur gegen Bezahlung. Paid Content erlebt ja angeblich gerade eine Renaissance…
„Wahrscheinlich bieten sie das beste Theater, das zurzeit in der Stadt zu sehen ist“, schrieb die taz und meinte den Theseus an der Komischen Oper in Berlin. Ich füge noch hinzu: Auf der Bühne sind ein paar Tonnen Schlamm. Also hingehen!
Wo ein rauhes Wort dich trägt, weil dich hier kein Schaum erschlägt, wo man n. dem Schein erliegt, weil man nur auf Sein was gibt. #ruhr20102 hours ago
Schnörkellos, ballverliebt, wetterfest und schlicht. Geradeaus, warm, treu und laut. Hier das Leben, da der Mensch, dicht an dicht #ruhr20102 hours ago
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