Die New York Times wird sublokal – Verzeihung: hyperlokal

The Local

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Es ist vielleicht das Spannendste, das ich in den letzten Wochen gelesen und gehört habe: Die alte Tante New York Times erfindet sich gerade neu, und zwar im Lokalen. Genauer: im Sublokalen (also auf Stadtteil-Ebene) – oder wie es in den USA heißt: im Hyperlokalen. Der Titel des Experiments: „The Local.“

Und darum geht’s: Die NYT wird in zwei Stadtteilen von Brooklyn (Fort Greene und Clinton Hill) und in drei Städten in New Jersey jeweils einen Vollzeit-Reporter installieren. Sein Job: lokalen Profi-Content (also Nachrichten) und lokalen User Generated Content (Blogs, Videos, wasweißich) sinnvoll verlinken, vernetzen und aufbereiten. Es soll über das berichtet werden, worüber sich Nachbarn typischerweise unterhalten. „Haste schon gehört?“ „Nee, gibt’s nicht! Erzähl mal!“

So soll neben einer völlig neuen Dichte an lokalen Informationen auch ein Werbe-Umfeld für den kleinen Fleischer oder Handwerker geschaffen werden. Jim Schachter, Editor for Digital Initiatives bei der NYT, spricht hier im Blog-Kommentar bei TechCrunch von einer Mischung aus Jornalismus, Technologie und Anzeigen.

Heute oder morgen soll „The Local“ offiziell vorgestellt werden, doch die Kernpunkte sind schon durchgesickert. Bestätigt wurden die Gerüchte von Medien-Vordenker Jeff Jarvis, der mit seinen Studenten an dem Projekt mitarbeitet. Mehr dazu gibt’s auch bei Paidcontent und TechCrunch.

Interssant wird sein, wie die lokalen Blogs reagieren. Das Blog Brownstoner in Brooklyn jedenfalls scheint das NYT-Projekt idiotischerweise als Konkurrenz zu begreifen und nicht als Partner…

Update 3.3.09, 08:37 Uhr: „The Local“ ist online.

Über philippostrop

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4 Antworten zu Die New York Times wird sublokal – Verzeihung: hyperlokal

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