Journalismus zwischen Morgen und Grauen

Das Plakat zur nr-Jahreskonferenz

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Journalismus zwischen Morgen und Grauen – so war die netzwerk-recherche-Jahrestagung überschrieben. In diesem Jahr bin ich nicht nach Hamburg gefahren, weil ich das Programm nicht sonderlich spannend fand.

SZ-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl hat die Eröffnungsrede (hier als PDF) gehalten, die man in weiten Teilen unterschreiben könnte – abgesehen vom Vergleich zwischen Huffington Post und Zeitungen, der ziemlich irre ist. Aus meiner Sicht arbeitet HuffPo grundsätzlich anders als die Tageszeitungen (es noch tun). Oder kann mir jemand erklären, was Prantl damit gemeint hat?

Hier Prantls Kernsätze:

„Ein guter Journalismus muss wegen der Blogger nicht Heulen und Zähneklappern kriegen: Er kann dem Blog dankbar sein, wenn und weil er seine Lücken substituiert und seine Fehler aufzeigt. (…)

Und überhaupt: Die Blogs, das Internet. Ich weiß nicht, warum man sich als Zeitungsmensch vor der digitalen „Huffington Post“ fürchten soll. Sie macht das, was eine gute deutsche Zeitung auch macht: ordentlichen Journalismus.

Man sollte endlich damit aufhören, Gegensätze zu konstruieren, die es nicht gibt – hier Zeitung und klassischer Journalismus, da Blog mit einem angeblich unklassischen Journalismus. Man sollte damit aufhören, mit ökonomischem Neid auf die Blogs zu schauen. Mit und in den Blogs wird sehr viel weniger Geld gemacht als mit den Zeitungen. Man sollte auch aufhören mit dem Gerede, dass der „klassische“ Journalismus in einem Bermuda-Dreieck verschwinde. Der gute klassische ist kein anderer Journalismus als der gute digitale Journalismus. Die Grundlinien laufen quer durch diese Raster und Cluster: Es gibt guten und schlechten Journalismus, in allen Medien. So einfach ist das.

Guter Journalismus hat gute, er hat große Zeiten vor sich: Noch nie hatten Journalisten ein größeres Publikum als nach der digitalen Revolution. Noch nie war Journalismus weltweit zugänglich. Und es gab wohl noch nie so viel Bedürfnis nach einem orientierenden, aufklärenden, einordnenden und verlässlichen Journalismus wie heute.“

Das Deutschlandradio hat so über die Jahrestagung berichtet:

Über philippostrop

Journalist
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