Massen-Mobbing: die hässliche Fratze von Social Media am Beispiel #hassmartin

Anti-Hans-Martin Gruppe bei StudiVZ

Anti-Hans-Martin Gruppe bei StudiVZ

Die Phänomene und Netzwerke, die unter dem Begriff Social Media zusammengefasst werden, können ein Segen für die Gesellschaft sein. So entwickelte sich der Kurznachrichtendienst Twitter nach den umstrittenen Wahlen im Iran zum Protestmedium und Koordinationswerkzeug. Oder nehmen wir Wikipedia, die Mitmach-Enzyklopädie, die auf Schwarmintelligenz beruht. Prinzip: Jeder ist Experte auf irgendeinem Wissensgebiet – und per Internet können sich diese Amateur-Experten zusammenschließen und ihr Wissen zusammentragen. Ein ganzer Schwarm ist insgesamt intelligenter als jedes einzelne Schwarm-Mitglied, und durch dynamische Prozesse oft auch intelligenter als die Summe seiner Mitglieder.

Am Samstagabend konnten deutsche Internetnutzer jedoch beobachten, wie dieser Schwarm über ein einzelnes Opfer herfiel. Man konnte live dabei sein, wie sich die Zuschauer der Pro7-Sendung „Schlag den Raab“ an einem grenzenlosen Massen-Mobbing im Internet beteiligten. Alle gegen den Kandidaten Hans-Martin, der in der Sendung in mehreren Spielen gegen Raab antrat und der Mehrzahl der Zuschauer (auch mir persönlich) höchst unsympathisch war. Er war noch stärker von Ehrgeiz angetrieben als der knallharte Geschäftsmann, Ehrgeizling und Egomane Stefan Raab. Er feuerte sich ständig selbst an, reagierte irrational und gleichzeitig überheblich. Nun gut, dachte man sich vor dem Fernseher, befreundet sein möchte man mit Hans-Martin nicht. Aber diesem Kandidaten zuzuschauen war schon amüsant.

Was jedoch in den sozialen Netzwerken abging, glich fast einem virtuellen Pogrom – einer Massenausschreitung, die nicht gegen eine Minderheit, sondern gegen eine einzelne Person gerichtet war. In der Anonymität der Masse schaukelten sich die öffentlichen Demütigungen und Beschimpfungen hoch. Der Schwarm ersann mit den Mitteln des Web 2.0 immer neue Mobbing-Methoden.

Per Foto wurde der Kandidat verunglimpft

Per Foto wurde der Kandidat verunglimpft

Nachdem die Twittergemeinde zunächst mit dem Hashtag #sdr (=Themenbezeichnung „Schlag den Raab“) gezwitschert hatte, einigte man sich dann schnell auf #Hassmartin. Der Kandidat wurde niedergemacht, was das Zeug hielt. Drei Beispiele von mehreren tausend:

Ja, #Hassmartin ist echt Scheiße.

da fällt mir nur eines ein #arschloch #sdr #hassmartin

Also wenn ich stefan würde, würde ich #Hassmartin nach der show mal ordentlich die fresse polieren :DD

Während sich viele User dumpf immer neue Beleidigungen einfallen ließen, sicherte sich jemand den Twitter-Account @Hassmartin – und zwitscherte aus der Perspektive des ungeliebten Raab-Kontrahenten. In kürzester Zeit hatte dieser Mensch hunderte Follower. Gleichzeitig kursierten über Twitter unvorteilhafte Screenshots und Videoclips von Hans-Martin. Dann suchte und fand jemand das private StudiVZ-Profil des Kandidaten. Der Link geisterte fortan durch die Netzwerke.

Das private StudiVZ-Profil von Hans-Martin (Nachname von mir geschwärzt)

Das private StudiVZ-Profil von Hans-Martin (Nachname von mir geschwärzt)

Im offiziellen Pro7-Forum schaukelte sich die Stimmung ebenfalls gegen Hans-Martin hoch. Dort ließen die Webmaster zu, dass die Nutzer im Sekundentakt Hasstiraden gegen den Kandidaten der eigenen Show abließen („Haut dem aufs Maul“, 23.44 Uhr).

Um 22.50 Uhr gründete jemand auf StudiVZ „Die große Anti-Hans-Martin Gruppe“. 40 Minuten später hatte sie 334 Mitglieder, kurz nach Mitternacht waren es 659 „Freunde“. Nicht ganz so schnell ging es bei Facebook. Der dortigen Gruppe „Ich könnte Hans-Martin pausenlos die Fresse polieren!!!!“ waren um 23.40 Uhr 140 Mitglieder beigetreten.

Mobbing-Gruppe bei Facebook

Mobbing-Gruppe bei Facebook

Bei Spreadshirt konnten T-Shirts bestellt werden. Die Aufdrucke: „Deine Mudder heisst Hans-Martin“, „Komm schon Hans-Martin“, „I survived Hans-Martin“.

Übrigens: Hans-Martin hat Raab knapp geschlagen und 500.000 Euro Preisgeld gewonnen. Es ist Schmerzensgeld für das, Entschuldigung, Arschloch-Verhalten des Kollektivs.

Der Schwarm hat moralisch versagt. Unsocial Media!

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Das Thema wird auch an anderen Stellen diskutiert und beschrieben:
Richard Gutjahr (BR Chefredaktion): Fremdschämen bei und für „Schlag den Raab
community-management.de: Wo war das Community Management?
seo-united.de: Hassmartin – der Tag danach
Niggemeier auf FAZ.net: Wie man eine halbe Million er- und alle Sympathien verspielt
Spiegel online: Raab verliert, ProSieben gewinnt
ethority.de: Blogschau: Hassmartin, Twitter-Pöbel und die Blog-Reaktionen

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Update 14.9., 9.27 Uhr: Mittlerweile gibt es www.hassmartin.de. Thema: Die Macht von Social Media.

Über philippostrop

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51 Antworten zu Massen-Mobbing: die hässliche Fratze von Social Media am Beispiel #hassmartin

  1. LanceVance schreibt:

    Vielen Dank für diesen guten Artikel zu dieser sehr peinlichen Web2.0-Posse.

  2. Stefan schreibt:

    So ist das in einem Schwarm. Ein kleiner Teil einer Gruppe gibt eine Richtung an und der Rest folgt. Hans-Martin wird auch vor #sdr schon zu spüren bekommen haben, dass er eher umsympathisch rüberkommt. Wenn man sich dann in der Öffentlichkeit so verhält, muss man mit Reaktionen rechnen. Mit seinen Aussagen hat er es regelrecht darauf angelegt. Besonders die Aussagen, dass es ihm nur ums Geld geht und dass ihm die Zuschauer egal sind, waren aüßerst dumm.

  3. Karinka_W schreibt:

    sehr guter Artikel. danke dafür!

  4. Ich schreibt:

    Sie sind ein Spießer!

  5. OddNina schreibt:

    Diese Mobbinggeschichte hinterlässt einen absolut abartigen Beigeschmack. Vielen Dank für nichts liebe Mobbinggesellschaft🙂

  6. Frank Müller schreibt:

    Hallo Philipp,

    danke für diese Stellungnahme. Ich bin seit den 80ern im Netz und kenne genug Auseinandersetzungen im IRC, Newsgroups oder Foren. Aber so ein Bashing in Echtzeit habe ich noch nicht erlebt. Das hat nichts mehr mit sachlicher Auseinandersetzung und Diskussion zu tun, sondern nur mehr dem Werfen von Steinen im Schutze der Masse. Armseelig.

    mue

  7. laemmy schreibt:

    Du hast es in deinem letzten Satz echt gut zusammengefasst.

    Kann sich noch jemand an die erste und grundlegende Empfehlung der Usenet-Netiquette erinnern?

    „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

    Was im Usenet, im IRC und in sämtlichen Foren gilt, sollten sich einige Leute bei Twitter vielleicht mal ein wenig zu Gemüt führen.

    Ich will ja keine Spaßbremse sein, aber das lässt echt auf die Moralvorstellungen des „Schwarms“ schließen.

  8. Hendric schreibt:

    Der Schwarm hat nicht moralisch versagt.
    Aus einzelnen Meinungen, werden #Hashtags, werden, Retweets,usw… (Die Mehrheit verfolgt keine Search Results)

    a) Pro7 schaut beim Casting dreimal hin ob ein Kandidat passt oder nicht. Das Ziel ist ja eine möglichst lange Sendung mit interessantem Gegner zu Raab.
    b) Jemand hätte „das Opfer“ in der Sendung zur Seite nehmen müssen und sagen: „Junge, du brennst doch!“
    c) Wenn keine 24 Stunden später sein Profil aus der Abi-Zeitung erscheint, kommt mir schlicht Rache von Ex-Schülern in den Sinn. Bumerang?
    d) Macht man dem Publikum einen Vorwurf? Was hat die größere Reichweite? Ein nicht applaudierendes Publikum in einer denkwürdigen Sendung vor Miliionen Haushalten oder eine von Studivz-Gruppe unter Tausenden…
    d) Alle können zufrieden sein: Der Hans hat seine Kohle, Pro7 die Quote und das Publikum im TV und die „asoziale Twitterbande“ hatten Unterhaltung.
    e) Bei Twitter spricht in 48h keiner mehr über ihn.
    f) Was bleibt? 500000€ für einen Menschen. Dieser wird nicht erst am Montag in Schule, Uni und Arbeit zerrissen wird, sondern Real-Time.

  9. goodyear schreibt:

    Guter und wichtiger Blogpost. Habe mich gestern immer wieder dabei ertappt, wie ich über die giftigen Seitenhiebe der Moderatoren-Crew gegrinst habe. Heute, am Tag danach, sehe ich das anders.
    http://gutjahr.biz/blog/2009/09/schlag-den-raab/
    Übrigens: einer der besten Kommentare meiner Besucher lautete: „Gestern hat Twitter seine Unschuld verloren“.

  10. Marco schreibt:

    Danke Philipp. Meine Meinung.

    Jemanden unsympathisch zu finden ist eine Sache. Okay.

    Aber ihn kollektiv fertig zu machen, zu beschimpfen, bedrohen, ihn öffentlich bloß zu stellen und zu brandmarken geht einfach gar nicht.

    Hier ging es um eine Fernsehshow, mein Gott. Wo bleibt die ganze Aufregung bei Kriegstreibern, Milllionenverzockern, usw. usf.?

  11. Durchblicker schreibt:

    Twitter & Co. sind nur das Medium, nicht die Ursachen derartiger Phänomene.

    Eine Ursache ist Pro Sieben.
    Die Schlag-den-Raab Kandidaten werden doch nach einem Kriterium gecastet: Wer kommt telegen rüber und steigert die Quote. Ob Positiv oder negativ ist hierbei egal. Der Kandidat ist es sowieso.

    Die zweite Ursache sitzt vor dem Monitor.
    Jeder für sich allein, aber doch irgendwie gemeinsam. In der realen Welt bekommt jeder unmittelbar Reaktionen der Gruppe auf sein Statement (Blicke, Antworten, etc.), bei Social Media entfällt dies. So fallen leicht alle Hemmungen. Es wird vielfach schnell getippt und (wenn überhaupt) erst dann gedacht.

    Wenn sich jeder vor dem Drücken der Sendetaste kurz fragen würde, ob ihm als Adressat das Getippte wirklich gefallen würde, wäre der Internetmüllberg ein großes Stück kleiner.

  12. Tim schreibt:

    Du hast recht. Aber alleine das Profilfoto in StudiVZ könnte jedoch der Anlass zu psychoanalytischen Diskussionen auf hohem Niveau sein. Ich denke, dass der Kandidat auch im Real-Live sich seiner Wirkung bewusst ist und diese pflegt. Was aber alles egal sein sollte. Das ist eine Show. Unterhaltung. Wer da auf der persönlichen Schiene sich auslässt ist keinen Deut besser. Ein solches Verhalten zeugt von Verzweiflung, Angst und charakterlicher Schwäche.

    Wenn man es mal objektiv sieht, hat der seinen Gewinn mehr als verdient. Körperlich, intelektuell, und eine gute Show hat er auch abgeliefert. Da könnte ich mich eher über so manchen Kandidaten bei Jauchs Millionärsspiel aufregen, die mit etwas Glück und 4 Jokern sechstellige Summen abräumen.

  13. Karinka_W schreibt:

    Wer sagt/schreibt, der Kandidat hat alles sich selbst zuzuschrieben, er sei ja bewusst in die Öffentlichkeit gegangen, macht es nicht besser als die Leute, die alberne Talkshows für gut befinden: meistens ist den Leuten nicht mal klar, was da mit ihnen gemacht wird.
    Wenn solche Massen-Mobberei losbricht, mag sich mancher im Recht fühlen, aber das finde ich einen sehr billigen Versuch, sich aus der Verantwortung füreinenander zu ziehen.
    Think before you publish!

    • targetfinder schreibt:

      Der Artikel ist sehr gut geschrieben und trifft wahrscheinlich die Situation gut. Ich habe die Sendung nicht gesehen (schaue ich nie) aber viele Tweeds dazu gelesen.
      Das Niveau einiger Twitteristen, passt m. E. gut zu Stefan Raab, von dem ich natürlich einiges kenne und auch schon gesehen habe. Derartige Shows fordern nun mal die niederen Instinkte heraus. Wer sich im Internet so gehen lässt wird sich irgendwann damit konfrontiert sehen. Das Netz vergisst nicht!
      Man kann es nicht oft genug wiederholen:
      Schreibe nur so, wie du auch mit deinem Gegenüber reden würdest und nur so wie du möchtest, dass auch mit dir geredet wird.

      Schöne Grüße

      @targetfinder

  14. strayparade schreibt:

    Suwer Artikl, losst den Arme Bu doch mol in Ruh. Stellt eisch vor ihr wärd es erschte mol im Fernseh, do wärd ihr bestimmt ach net so wie sunscht immer. Und dann noch den Druck auszuhalte von wege ner halbe Million. Do muss man erscht ma mit klarkumme un sei Unsischerheit üwerspiele. Vielleischt isses jo ach sei Ziel berühmt zu were, do muss ma sich irgenwie vun de Masse abhebe.

  15. Torsten schreibt:

    Wie kommst du auf das dünne Brett, das ganze „Pogrom“ zu nennen? Klingt nach einem Fall für Godwins Law.

  16. schwalmpirat schreibt:

    Danke für deinen guten Beitrag. Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Doch, vielleicht eines noch: Ich hoffe persönlich sehr niemals in eine solche Geschichte involviert zu werden. Was dies für Konsequenzen für mich in meinem Privatleben, in meinem beruflichen Umfeld haben kann wage ich mir nichtmal im Traum auszumalen.

    Kaum einer der Hashtagger wird sich der Konsequenzen seiner Handlungen, da sie (bzw. die meisten) im Affekt passierten, bewusst sein.

    Kaum einer, der eine Studifacebookschuelervz-Gruppe gegründet hat hat sich eine sec. mal überlegt was dies für Auswirkungen für die betroffene Person haben kann.

    Man kann ja von dem Kanditaten halten was man will – man kann ja auch von der Show halten was man möchte – aber trotzalledem darf die Menschlichkeit nicht abhanden kommen. Bei einer solchen Geschichte wird mir, ganz ehrlich, ziemlich mulmig zumute.

    Heute ist es der sog. Hassmartin – und wer ist morgen dran? Sie? Du? Ich? Nur weil er einer ist, der nicht kompatibel ist und nicht den braven Bauern aus Hintertupfingen spielt mit 4 Kindern und einem Reihenhaus, welches noch nicht abbezahlt ist, sollte er, weil er arrogant rüberkam, jetzt dafür büßen? Raab hat, meiner Meinung nach, auch genau gewusst wie er die „Unfähigkeit“ des Martins nutzen kann und die Meute gegen ihn aufzubringen. Auch Obdenhövel und Co haben genau gewusst was sie tun. Ich weiß ja nicht, aber die Ereignisse der letzten zwei Tage haben kein gutes Bild auf das „Un“Social-Web geworfen.

    Aber vielleicht entsteht aus dieser „Krise“ auch eine Chance. Vielleicht sollte man das Medium Internet a) nicht überbewerten und b) auch mal seine eigenen Post kritisch überprüfen. Und hey, hier handelt es sich immernoch um eine Fernsehshow. Auch das sollte man nicht überbewerten! Mein Mitleid geht an Martin der zwar nen Haufen Zaster hat, aber mit den Folgen seiner eigenen Verhaltensweise und der des „Mops“ wahrscheinlich noch viel „Spaß“ haben wird. Hoffen wir, dass wir alle aus dieser Sache etwas lernen können!

    Es grüßt höflich
    Jo

  17. Ich schreibt:

    Herr Ostrop, sie dürfen nicht vergessen, dass das Mobbing eigentliche Mobbing im Studio begonnen hat, durch Opdenhövel & das Publikum. Also ist das wohl kein Phänomen das nur im „Social-Media“ stattfindet. Der #Hassmartin hat es ganz einfach verdient, außerdem sind 500.000 € viel Schmerzensgeld.

  18. Pingback: Blogschau: Hassmartin, Twitter-Pöbel und die Blog-Reaktionen | ethority weblog

  19. fjef schreibt:

    Ich muss sagen ich finde die Argumentationen hier sehr lächerlich. Mobbing? Twittergemeinde? Geht’s noch? Jeder bei Twitter ist ein Individuum. Jeder hat vielleicht seinen kleinen Tropfen ins Fass abgelassen. Einzeln betrachtet also überhaupt nichts schlimmes. Wie man alle diese Einzelmeinungen zu einer „Twittergemeinde“ zusammenfassen kann ist mir ein Rätsel. Hier hat niemand jemanden „Kollektiv“ fertig gemacht. Weil es überhaupt kein Kollektiv in dem Sinn gibt. Flashmob-Artig sind viele gleichartige Meinungen in einen gemeinsamen Topf geworfen worden und daraus wird jetzt plötzlich fälschlicherweise ein gemeinsames übergelaufenes Fass gemacht.

    Als gäbe es eine Bürgerbewegung die Menschen fertig machen will. DAS STIMMT NICHT! Sammele alle bösen Meinungen, die an diesem Abend NUR in den Wohnzimmern geäußert wurden und du erhältst das gleiche Ergebnis. Das Internet bringt also überhaupt nicht neues hervor. Die Meinung wird halt nur von mehr Menschen gehört und daher finden sich eben viele mit der gleichen Meinung. WAS GUT IST! Immerhin führt sie hier in einen Diskurs über Menschlichkeit. SCHÖN! Ohne Internet hätte es diese Diskussion nicht gegeben, aber die Meinung über Hans-Martin wäre die selbe.

    Es gibt hier keine gemeinsame Bewegung!!! Es gibt hier zufällig viele Gleichmeinungen! Es findest keine Gleichschaltung statt! Jeder hat seine eigene Meinung gebildet und diese mehr oder weniger anständig im Internet veröffentlicht. Macht euch den Unterschied klar!!

    Ich habe mich im Internet auch verärgert über Hans-Martin geäußert. Aber ich lasse mich hier nicht in ein faktisch nicht vorhandenes Kollektiv werfen!

    • schwalmpirat schreibt:

      Dabei vergisst du aber leider dass das Phänomen Martin über die Twitter“gemeinschaft“(sofern vorhanden, in dem Punkt stimme ich dir zu) hinaus gegangen ist. T-Shirts, Hass-Gruppen auf Socialnetwork-Seiten usw. usw. Es ist sozusagen ausgeufert – das ist das schlimme dabei. Wie eine Lawine, die ungebremst ins Tal rast. Und über 500 Personen in einer Facebookgruppe ist für mich ein nicht nur faktisch vorhandenes Kollektiv. Aber wie ich oben schon sagte, man darf dies alles auch nicht überbewerten.

      Viele Grüße
      Jo

      • fjef schreibt:

        T-Shirt hat ein einzelner gemacht (wenige Klicks), Gruppen haben einzelne Leute gegründet (wenige Klicks). Zustimmung ist nur einen Klick entfernt.

        Was haben diese Dinge also für einen Wert? NULL. Weil der Aufwand NULL ist. T-Shirt machen ist heute sehr leicht. Wenn es vor 20 Jahren jemanden gegeben hätte, der aus so einem Grund T-Shirts macht hätte ich mir sorgen gemacht. Heutzutage ist das nichts. Eine Welle, die in der Wüste landet. 500 Leute in einer virtuellen Gruppe sind nunmal keine echte Gruppe und schon gar keine gemeinsame Meinung. Es war witzig also klick ich auf Eintreten. Mehr nicht. Kein Mensch hat an diesem Abend echten Hass gespürt. In einer Woche ist alles vergessen, weil es unzählilge andere lustige Dinge gibt, 100erte neue Facebookgruppen mit noch mehr mitgliedern.

        Ja, bitte nicht überbewerten. Das ganze ist einfach nichts. War ein lustiger Abend für alle. Besser als Komasaufen, besser als Drogen und besser als Rentner verkloppen.

        Gesunde Wut auf jemanden, der sich unmöglich verhalten hat (Was doch netter weise alle erkannt haben. Leute wissen also durchaus noch was sich gehört!) Wörter wie „Hass“ haben schon lange nicht mehr die Bedeutung wie früher. Ich hasse Leber, ich hasse Mathe, ich hasse Stechmücken, und ich hasse verdammt noch mal arrogante Menschen. Klingt in dem Zusammenhang plötzlich gar nicht mehr so schlimm, oder?

        So, ich polier jetzt meine Fresse (zähne putzen…)

  20. schwalmpirat schreibt:

    🙂 Dann aber auch schön an die Zahnzwischenräume denken! Aus deinen Worten spricht Wahrheit und für mich ist dieses Thema auch erledigt, ich denke mal in zwei bis drei Tagen auch für alle anderen. Interessant ist es dennoch zu sehen welche Blüten das Netz mitunter treiben kann. Naja, die nächste Welle kommt ja schon auf uns zu. Ich denke da an Hashtags wie #merkel #kanzlerduell und die rosa Bluse der Kanzlerin.

    Viele Grüße
    Jo

    Ps: Ich hasse warmes Bier.😉

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  23. chrischii schreibt:

    Wers noch nicht gesehen hat, die passende Seite http://www.hassmartin.de ist mittlerweile online. Dort möchte man aber eher die Ereignisse zusammenfassen, vor allem die „Macht“ von Social Media aufs Reputationsmanagement. Wenn man den Quellen glauben schenkt, scheint er schon in seinem Umfeld wenig beliebt gewesen zu sein (siehe Abizeitung), jetzt weiß das auch ganz (Netz-)Deutschland.

  24. Peter schreibt:

    Wenn man sich die Mitglieder-Profile bei z. B. Facebook „Ich könnte Hans-Martin pausenlos die Fresse polieren!“ anschaut, entdeckt man lauter Teenie-Gesichter.

    So wie sich das schulinterne Hierarchiegerangel vom Schulhof ins Internet ausgeweitet hat, geschieht gleiches beim Meinungsaustausch. Was früher in kleiner Runde als Meinung rausposaunt wurde, geschieht jetzt in großer. Gemobbt wurde immer, heute wird es mit dem Handy aufgezeichnet.

    Waren „wir“ früher anders? Nicht wirklich. Bleibt nur zu hoffen, dass auch diese Kids irgendwann ihr Selbstbewusstsein finden und einen anderen Blickwinkel für ihr Verhalten gewinnenn. Denn sie wissen nicht, was sie tun…

  25. marco schreibt:

    Der Schwarm hat nicht versagt, der Schwarm versagt nicht.

  26. Pingback: blog.rhein-zeitung.de » Blog Archive » Kein klarer Sieger beim Duell

  27. Peter schreibt:

    Er hat es nicht anders verdient🙂

  28. Fabian schreibt:

    Tz. Jetzt hat da noch ein Spinner tatsächlich diese Domain hassmartin.de registriert. natürlich, er möchte nur „über die macht von social media berichten“. so ein quatsch! die adsense anzeigen sind nur zufällig auf die startseite geraten, und nicht etwa, um bewusst etwas geld aus dieser web 2.0 hexenjagd abzugreifen.
    Man man..

  29. Prof. Bonsen schreibt:

    Wir sind doch nicht im Mädcheninternat.

  30. meistermaurer schreibt:

    Können wir die Sendung, das Thema, die Personen nicht einfach vergessen? Da red ich ja lieber über die momentane „Sieges“-Serie des 1.FC Köln.

  31. Nico schreibt:

    Ich find solche Anti-(Vorname)-(Nachname) Gruppen sollten von Studi VZ ltd. verboten werden…

  32. trotzkist schreibt:

    Man mag sich mal überlegen, wer denn eigentlich am Samstagabend vor Glotze und PC sitzt und nichts weiter zu tun hat, als so einen Mist von sich zu geben…großes L, kleiner user.

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  36. inaneren schreibt:

    jawoll hans martin!!!

  37. Pingback: Werbeblogger Late Night Podcast – Themenset | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Werbeblogger Late Night Podcast – Themenset

  38. augsburgerbine schreibt:

    Hi,
    vielen Dank für deinen Beitrag Philipp.
    Außerdem fand ich dieses hier auch sehr wichtig;
    Usenet-Netiquette
    „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

    Nunja unsere Menschheit vergißt wohl recht schnell. Einfach entsetzlich.

  39. Hannes Schurig schreibt:

    Unsocial Media, nicht mehr hat er verdient.
    Sein Charakter macht es deutlich, wer so geldgeil ist brauch sich nicht wundern.

    Anyway, guter Artikel, viele Links, wunderbarer Informationsgehalt, danke.

  40. Pingback: böse Männer: Hass-Martin, Porno-Rammstein und Co. | rumsabbeln.de

  41. markus schreibt:

    den nachnamen von hans-martin auf dem studi-vz-bildausschnitt zu schwärzen ist fair. die (nach-) namen der „hassgruppenmitglieder“ auf den eingefügten (facebook- und studi-vz-) bildern nicht zu schwärzen ist inkonsequent.

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  44. Alex schreibt:

    War zwar ein ziemlicher Unsympath, aber man sollte es nicht übertreiben.

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